Friedenssehnsucht und Friedenssicherung

Friedenssehnsucht und Friedenssicherung

Als Schulen mit sprachlichem, v. a. humanistischem Zweig haben wir es nicht immer leicht, den aus unserer Sicht hohen Stellenwert der sog. alten Sprachen Latein und auch Griechisch in der uns umgebenden Gesellschaft zu rechtfertigen. Seit den Schulschließungen beobachten nicht nur wir eine noch gesteigerte Verhaltenheit gegenüber unserem Schwerpunkt. Das gegenwärtige und die vergangenen Erasmusprojekte wurden stets als gelungene fächerübergreifende Brücke zwischen antiken Fragestellungen und Gegenwartsproblemen gewürdigt, waren und sind bei Eltern positiv anerkannt und für die SchülerInnen sehr attraktiv. Die Friedensproblematik zu untersuchen erscheint uns angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage in diesen Monaten und wohl noch Jahren als besonders aktuell.

Wir wollen auf der Fachebene die Kenntnisse der SchülerInnen zu den Themenfeldern Krieg und (v. a.) Frieden in der antiken Welt ausbauen: Dabei sollen sie sich über Konfliktpotential klar werden und realistische Lösungsansätze, utopische Friedenssehnsüchte sowie Mittel der politischen Propaganda kennenlernen und reflektieren. Sie sollen im Vergleich mit Problemfeldern aus der gegenwärtigen bzw. nicht allzu lange zurückliegenden Zeit (Neuanfänge nach dem 2. Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs; Ukrainekrieg) Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und Handlungsmuster entlarven. Exemplarisch sollen die Idee des Olympischen Friedens und der Niederschlag des Motives "Frieden" in der Musik behandelt und gemeinsames Singen und Musizieren und Sportpraxis verbindend wirken. Förderung der Sozialkompetenz und fremdsprachlicher und digitaler Kompetenzen (auch der Lehrkräfte) sollen dabei mit gefördert werden.

Wir planen - nach einem Startmeeting in München (wohl) im November 2023 vier Gruppenmobilitäten mit jeweils ca. sieben (im Einzelfall acht) SchülerInnen und zwei Begleitlehrkräften. Zwei sollen im Schuljahr 2023/2024 stattfinden (Liceo classico in Bozen, Gymnazium Janka Krala), zwei im Schuljahr 2024/2025 (Mytilene Music School, Gymnasium Johannes Honterus Kronstadt). Dazwischen möchten wir Recherchen zu den Projektthemen durchführen, Expertenvorträge hören, eine Ausstellung gestalten und am Ende soll - auch unter Betreuung externer Partner - eine Ausstellung mit begleitender Dokumentation (z. B. Katalog) stehen.

 

Ziele (für Schüler*innen):

  • Kenntnisgewinn im Bereich antike Geschichte und Kultur, Politik und Zeitgeschichte, Sport- und Musikgeschichte.
  • Förderung von Reflektiertheit, Transferfähigkeit, kritischem Bewusstsein, Engagement und aktivem Bürgersinn
  • Vertiefte Auseinandersetzung mit den Grundlagen einer friedlich gelebten Demokratie, aber auch ihrer Gefährdungen, durch interkulturelle gemeinsame Arbeit auf EU-Ebene
  • Verstärktes Interesse am Unterricht in den Alten Sprachen durch die Aktualisierungsmöglichkeiten über die Teilnahme am Projekt
  • Förderung der Sozialkompetenz durch den Umgang mit Jugendlichen aus anderen Ländern und mit besonderem Hintergrund und durch gemeinsames Tun (Sport, Musik); Wertebewusstsein
  • Ausbau der Fähigkeiten in der Kommunikationssprache Englisch
  • Gemeinsames Aufführen von Liedern, ggf. Instrumentalstücken
  • Materiale Ergebnisse in Form von Bildmaterial und Dokumentationen (Ausstellung)
  • Erweiterung der digitalen Kompetenzen der SchülerInnen und der Lehrkräfte

 

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Geplante Aktivitäten

In München: Auseinandersetzung mit Fragen und Problemstellungen zum Thema aus antiker Perspektive.

Am Liceo "Walther von der Vogelweide" / Bozen: Expertenvorträge und Recherche in Arbeitsgruppen zur Friedensidee und dem Friedensbegriff in philosophischen Konzepten verschiedener Epochen, v. a. aber auch aus gegenwärtiger Sicht; Veranstaltung am EURAC Research Centre zum Thema "Friedenssicherung"

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